Auswandern als Rentner oder Pensionär

Das Leben ist wandelbar und wunderbar – auch als Rentner kann man einen Neuanfang wagen.

Eine wichtige Basis ist natürlich die Rente – wir beleuchten das Thema „Mitnehmen der Rente“ , Aufenthaltsrecht innerhalb der EU und genauer aber betrachten auch die Ausgabenseite in Deutschland und in anderen europäischen Ländern.

Hierbei müssen die Lebenshaltungskosten vor allem in Hinblick der Wohn- und Pflegekosten und Immobilienkosten Berücksichtigung finden.

Ein weiterer wesentlichen Baustein ist die Betrachtung der Versicherung – sowohl Krankenversicherung als auch Pflegeversicherung.

Die Gesundheitlichen Aspekte wie das Vorhandensein von Ärzten und Zahnärzten ist für die Zukunftsentscheidung von zentraler Bedeutung. Aber auch die Kur- und Wellness-Angebote mit physikalischer Rehabilitation und Heilbädern gehören zum Gesundheitserhalt dazu.

Nicht vernachlässigen darf man bei den Überlegungen des neuen Lebensentwurfes auch die emotional-psychische Seite als auch die Notwendigkeit „zu sich selbst“ zu finden.

Etwa 70 Prozent der Menschen im Rentenalter können sich den Lebensabend im Ausland vorstellen oder haben diesen Wunsch bereits verwirklicht.

Die Beweggründe sind dabei sehr unterschiedlich.

Das wichtigste genannte Argument ist das bessere Klima. Aber auch die Angst vor Pflegenotstand bewegt etwa 60% der Befragten zum Auswandern.

 


Abbildung 45: Was würde Sie zum Auswandern bewegen? Antworten in % (Umfrage wize.life)

Viele Rentner würden gern wegen der besseren klimatischen Bedingungen auswandern – wer will schon das trübe und regnerische Wetter auch noch im Rentenalter ertragen müssen? Das Klima in Bulgarien mit der Mischung aus Meer und Gebirge ist einzigartig. Hinzu kommt noch die Jahrtausende alte Tradition von Heilbädern. Dieses zusammen bietet eine deutlich bessere Ausgangslage für die Gesundheit als in Deutschland.

Eine wesentliche Triebkraft ist jedoch auch die Ungewissheit mit der Entwicklung der Lebenshaltungskosten in Deutschland und die Angst, dass die Rente nicht fürs Leben in Deutschland reicht.


Abbildung 46: Was würde Sie vom Auswandern abhalten? Antworten in % (Umfrage wize.life)

Auch die Befürchtungen zum Thema Auswandern müssen berücksichtigt werden.

So besteht häufig Unklarheit wie es sich mit der Rentenzahlung sowie der Versteuerung der Rente verhält. Da können wir Sie beruhigen – die Rente können Sie im EU-Ausland mitnehmen. Das sieht außerhalb der EU (z.B. Thailand) ganz anders aus – dort wird die Rente nur teilweise ausgezahlt. Auch die Riesterrente muss nach einem Beschluss des Europäischen Gerichtshofs 2009 innerhalb der EU ausgezahlt werden. Wenn der neue Wohnsitz jedoch außerhalb der EU liegt muss die Förderung monatlich zurückzahlen.

Die Besteuerung der Rente erfolgt je nachdem ob es ein Doppelbesteuerungsabkommen gibt. Grundsätzlich werden die Rentner dort als unbeschränkt steuerpflichtig angesehen – können also Außergewöhnliche Belastungen und Ehegattensplitting nicht geltend machen. Aber durch einen Antrag auf beschränkte Steuerpflicht ist es möglich diesen Status zu ändern. Mehr dazu in den anderen Kapiteln unserer Webseite.

Beim Umzug innerhalb der Europäischen Union bleibt die Krankenversicherung bestehen (es sei denn der Rentner hat in der neuen Heimat selbst Einkünfte z.B. aus Vermietung oder Arbeit – dann fällt die Krankenversicherungspflicht in das neue EU-Land). Beim Auswandern außerhalb der EU können durch den Wegfall der Krankenversicherung – selbst bei einem niedrigen Preisniveau – sehr hohe Kosten bei z.B. Krankenhausaufenthalten oder Rückführung nach Deutschland entstehen die nirgends abgesichert sind. Eventuell kann es sinnvoll sein eine zusätzliche Kranken- und Pflegeversicherung für das Ausland abzuschließen.

Auch die Pflegeversicherung zahlt im EU-Land aber nach den Umständen in der neuen Heimat.

Zum Thema Freunde und Bekannte in Deutschland zurücklasen lesen sie bitte im jeweiligen Kapitel.

 


Abbildung 47: Mit wem würden Sie gern auswandern? Antworten in % (Umfrage wize.life)

Der Wunsch nach Auswandern sollte nach Meinung der überwältigenden Mehrheit der Befragten mit dem Partner stattfinden. So ist auch aus sozialpsychologischer Sicht die beste Voraussetzung gegeben für einen Neuanfang in der neuen Heimat. Dass etwa 28 % allein auswandern wollen liegt gewiss auch an der hohen Zahl von Alleinstehenden Menschen, die keinen Partner haben.

Es ist wichtig das Auswandern gut zu planen. Man sollte das Land zuvor einmal besucht haben um sich einen Überblich verschaffen zu können. Am besten auch in der Nebensaison nach Bulgarien reisen und außerhalb der Saison das Land um einen Eindruck zu bekommen.

Menschen, die ihr ganzes Leben gearbeitet haben gebührt ein Ruhestand in Würde mit Lebensqualität.

Was bekommen eigentlich die deutschen Rentner im Durchschnitt?

 


Abbildung 48: durchschnittliche Rente in € gerundet, Bundesland: statistisches Bundesamt 2016

Hier zeigt sich (Grafik 28), dass die Renten (2016) bei den Männern eher ähnlich verteilt sind. Jedoch bekommen die Frauen in den westlichen Bundesländern deutlich weniger Rente als im Osten. Doch selbst diese wird für die Finanzierung eines Pflegeheimplatzes oder für betreutes Wohnen in Deutschland nicht ausreichen.

Aufenthaltsrecht für Rentner

Seit 1992 gilt eine Aufenthaltsrichtlinie, die auch Rentnern ein echtes europäisches Aufenthaltsrecht ermöglicht. Dieses Recht gilt in allen EU-Staat

Dabei müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Sie müssen Ihren Lebensunterhalt bestreiten können und krankenversichert sein.

Genügend Lebensunterhalt ist erfüllt, wenn Ihr Einkommen so hoch ist, dass im Land des neuen Wohnsitzes kein Sozialhilfeanspruch entsteht. Zum Nachweis genügt die Vorlage des Rentenbescheides.

Sie müssen sich rechtzeitig bei ihrem Rentenversicherungsträger melden, denn für die Umstellung werden drei bis vier Monate benötigt.

Deutsche Rentenversicherung Bund
Ruhrstraße 2
Eingang: Fehrbelliner Platz 5
10709 Berlin
Servicetelefon: 0800 10 00 480 70 (Kostenfrei in ganz Deutschland)
Fax: 030 865-27240
E-Mail: meinefrage@drv-bund.de
Internet: http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de

 

Für die Krankenversicherung müssen sie sich unbedingt vor Ihrem Umzug bei Ihrer deutschen Krankenkasse abmelden, sonst gefährden Sie Ihren Versicherungsschutz.

Wichtig: Abmelden, nicht kündigen! Sie bleiben Mitglied der deutschen Krankenversicherung und entrichten die Beiträge. Im Krankheitsfall zahlt die gesetzliche Krankenversicherung an Ihrem neuen Wohnsitz. Wenn sie in einem anderen EU-Land wohnt und nach Deutschland zurückfahren (z.B. zu Besuch), brauchen sie einen Auslandskrankenschein ihres Wohnsitzlandes.

Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland
Pennefeldsweg 11-15
53177 Bonn
Tel.: 02 28/9 53 00
Fax: 02 28/9 53 06 00
E-Mail: post@dvka.de
http://www.dvka.de

Verband der privaten Krankenversicherung e.V.

Gustav-Heinemann-Ufer 74 c · 50968 Köln
Postfach 51 10 40 · 50946 Köln
Telefon: +49 221 9987-0
Telefax :+49 221 9987-3950
E-Mail: kontakt@pkv.de
http://www.pkv.de

Auswandern als Rentner – Wie man den Wohnsitz im Alter ins Ausland verlegt

Viele Deutsche träumen davon ihren Lebensabend im Ausland zu verbringen. Oft siegt jedoch der Zweifel: Lohnt es sich überhaupt? Welche Hürden und Probleme gibt es?  Und vor allem: Werde ich es mir leisten können? Das sind alles wichtige Fragen. Da die staatliche Rente insbesondere in Zukunft nicht reichen wird, um ein komfortables und angenehmes Leben in Deutschland zu führen, ist die Verlegung des Wohnsitzes durchaus eine Option. Denn die finanzielle Situation zukünftiger Rentengenerationen wird immer prekärer. Nicht umsonst lassen sich bereits über 225.000 Deutsche ihre Rente ins Ausland zahlen.

Das deutsche Rentensystem – Wer bekommt wie viel und warum?

Deutschland ist ein reiches Land – zumindest  theoretisch. Mit rund 37.000 Euro Brutto Jahresgehalt liegt es in den vorderen Rängen im europäischen Vergleich. Aber diese Zahlen sagen relativ wenig darüber aus, wie sicher oder hoch die Rente ist. Klar ist: Wer nichts selber ansparen kann, der bleibt langfristig auf der Strecke. Denn das Rentensystem in Deutschland hat zwei strukturelle Probleme: Zum einen die demographische Entwicklung, bei der  immer weniger junge Menschen für immer mehr ältere Menschen die Rente zahlen müssen. Zum anderen die Entwicklung von Löhnen und Lebenshaltungskosten: Die Rente berechnet sich nach den Durchschnittsentgelten der letzten Jahrzehnte. Aber was ist ein Durchschnittsentgelt und wie wirkt es sich aus?

Die Berechnung der Rente

Das Durchschnittsentgelt ist das Durchschnittseinkommen aller Versicherten in der Rentenversicherung. Damit fallen Geringverdiener - insbesondere 450-Euro Jobber - und Selbstständige erst einmal raus. Im Jahr 2017 betrug das Durchschnittsentgelt rund 37.103 Euro im Jahr, was einem ungefähren monatlichen Durchschnittsverdienst von 3091 Euro entspricht. Das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es genug Berufsgruppen gibt, die nur knapp über 20.000 im Jahr verdienen, z.B. in der Gastronomie, Call Center Mitarbeiter, aber auch Grafiker und Mediendesigner können von geringen Löhnen betroffen sein.

Das Rentensystem in Deutschland funktioniert mit einem Punktesystem, sogenannten „Rentenpunkte“. Wer exakt das Durchschnittsentgelt in einem Jahr verdient, der bekommt einen Rentenpunkt angerechnet. Wer weniger verdient bekommt nur einen anteiligen Rentenpunkt, wer mehr verdient dementsprechend mehr.

Wenn der betroffene dann in Rente geht, meistens mit 67 Jahren, dann wird der große Kassensturz gemacht und die Frage stellt sich: Wie viele Rentenpunkte habe ich gesammelt? Denn demnach wird die Höher der staatlichen Rente berechnet. Da der Staat davon ausgeht, dass man 45 Jahre zum Duchrschnittsentgelt arbeitet, benötigt man also 45 Rentenpunkte, um die Standartrente von  1.284,06 Euro zu erhalten. Zusammenfassend müssen also folgende Fragen gestellt werden, um die eigene Rentenhöhe zu ermitteln:

- Habe ich in den Jahren, in denen ich gearbeitet habe mehr oder weniger als das Durchschnittsentgelt verdient?

- Habe ich damit einen anteiligen, einen ganzen oder mehr Rentenpunkte gesammelt?

- Habe ich am Ende des Erwerbslebens mehr oder weniger als 45 Rentenpunkte?

Was ist das Rentenniveau?

In der Legislaturperiode 2017 hat die Bundesregierung jetzt beschlossen, dass das Rentenniveau bis 2025 stabil bleiben soll. Aber was ist das Rentenniveau, wie verhält es sich zum Durchschnittsentgelt und was hat das alles mit dem Gehalt eines jeden Bürgers zu tun?

Das Rentenniveau ist das Verhältnis zwischen Durchschnittsentgelt und Standardrente. Die Standartrente ist der Betrag, den man ab 67 Jahren monatlich als Rente ausbezahlt bekäme, wenn man 45 Jahre durchgehend exakt das Durchschnittsentgelt des jeweiligen Jahres verdient hätte. Die Standartrente ist eine sogenannte „politische Größe“, d.h. sie ist nicht direkt berechnet oder der Durchschnitt eines anderen Werts. Momentan liegt das Verhältnis von Standartrente und Durchschnittsentgelt bei rund 48%. Wer also 45 Jahre lang gut im Durchschnitt lag und soviel verdiente wie der Rest des Landes, der muss mit weniger als der Hälfte seines Einkommens auskommen, sobald er in Deutschland in Rente geht. Hinzu kommen noch Unsicherheiten wie die Inflation.

Gibt es eine Mindestente?

Hin und wieder entstehen Missverständnisse, da Ökonomen alles als Rente bezeichnen, wo kein Wertschöpfungsprozess hinter steht, also auch Mieteinnahmen, Sozialleistungen oder Pensionen. Eine staatliche Mindestrente, die jedem Bürger bei Eintritt ins Rentenalter zusteht, gibt es hingegen nicht, hier greift die allgemeine Grundsicherung. Hiervon profitieren Menschen, die längere Zeit Sozialleistungen empfangen haben, die weniger als 35 Jahre gearbeitet oder schlichtweg in ihrem Leben zu wenig verdient haben. Die Grenze liegt dabei bei 773 Euro im Monat: wer weniger auf Grund seiner gesammelten Rentenpunkte ausbezahlt bekäme, bekommt stütze vom Staat. Diese Stütze berechnet sich, ähnlich wie das Arbeitslosengeld II aus dem Jeweiligen Bedarf, also ein Grundbetrag von ca. 400 Euro, Miete und Nebenkosten.

Wie wahrscheinlich ist eine erhöhte Altersarmut in Deutschland?

Würde man nur die staatliche Rente als Kennzahl heranziehen, wären 48% aller Rentner von Altersarmut betroffen. Arm ist per Definition der EU wer 60% des mittleren Einkommens des jeweiligen Landes definiert ist, also in Deutschland bei 856 € pro Monat. Das macht deutlich, dass der Durchschnittsbürger in Deutschland von Altersarmut bedroht ist: Denn wer nur 48% des Durchschnittsentgelts als Rente ausbezahlt bekommt, liegt weit unter der Armutsgrenze von 60%.

Die Auswirkungen auf den Einzelnen sind aber oft nicht ganz so gravierend, da viele von geerbtem Vermögen leben, eigene Immobilien bewohnen, von anderen Geldquellen profitieren oder schlicht ihren Lebensabend im günstigen Ausland verbringen. Die Entwicklung zu einer erhöhten zukünftigen Altersarmut in Deutschland ist derzeit allerdings sehr wahrscheinlich. Das hat verschiedene Gründe:

Reallöhne – Wenn man mehr bekommt aber weniger kaufen kann

In den Jahren vor und nach der Finanzkrise von 2008 stiegen die Löhne sehr langsam. Sie konnten die Inflation kaum aufholen, sodass die reale Kaufkraft in manchen Branchen sogar sank. Menschen konnten sich weniger leisten, obwohl sie vielleicht sogar mehr verdient haben. Das hat sich seit einigen Jahren wieder eingependelt, zeigt aber eines ganz deutlich: Die reale Kaufkraft der Rente im Alter kann  extrem niedrig ausfallen. Denn wenn bei einem Durchschnittsentgelt eines Jahres, sagen wir 2030, bereits die Kaufkraft gering ist, so ist sie das bei 48% Rentenniveau erst recht. Die Wahrscheinlichkeit dass von Armut Bedrohte tatsächlich Arm werden ist in diesen Perioden hoch.

Babyboomer und das Umlagesystem – Wenn die Zahler selbst Empfänger werden

Der zweite Faktor ist die Bevölkerungsentwicklung in den letzten Jahrzehnten. Die sog. Babyboomer, also die Generation, die 1965 und 1980 geboren wurde, geht in Rente. Damit fallen viele Zahler des Umlagesystems weg und werden selber zu Empfängern. Ein Umlagesystem bedeutet, dass diejenigen, die gerade eine Arbeitsstelle haben und in die Rentenkasse einzahlen, diejenigen finanzieren, die Rente beziehen. Durch die ausgefranste Bevölkerungspyramide in Deutschland funktioniert das Umlageverfahren aber nicht vollständig, da zu wenige Beitragszahler für zu viele Empfänger zahlen müssen. Die steuerlichen Ausgleichszahlungen in Deutschland betragen zur Zeit rund 80 Milliarden Euro. Zwar steigt die Geburtenrate in Deutschland wieder leicht an, davon werden aber erst die Generationen profitieren, die ab 2040 oder später in Rente gehen.

Lohnt es sich die Rente im Ausland zu beziehen?

Damit sich ein Umzug ins Ausland nach Renteneintritt lohnt, muss auf die Lebenshaltungskosten vor Ort geachtet werden. Die Lebenshaltungskosten sind allerdings vielseitig und nicht nur das, was man in den Geschäften kaufen kann. Sie beinhalten Mieten, Versicherungen, medizinische Versorgung, Transport- und Benzinpreise sowie Steuern auf bestimmte Güter wie Alkohol, Zigaretten oder Elektronikartikel.

Mieten und Immobilien im Ausland für Rentner

Die Mietpreise im Ausland hängen stark vom jeweiligen Land und der Region im Land ab. Ballungsräume, bekannte Städte oder gut ausgebaute Küstengegenden sind beliebt und dementsprechend teurer. Ländliche Gebiete oder eher unbekannte Kleinstädte sind hier günstiger, Zimmer können bereits ab 150 Euro angemietet werden. Kleinstädte sind für den Ruhestand auch insofern geeignet, dass sie ruhiger sind, die wichtigsten Orte schnell und oft zu Fuß erreicht werden können und das Lebenstempo generell gemäßigt ist. In ländlichen Gegenden wird oft ein Auto benötigt, das einen zu den jeweiligen Hotspots bringt, wobei der Verkehr auf dem Land stressfreier ist als in Großstädten.

Welchen Versicherungsschutz gibt es für ausgewanderte Senioren?

Für die wichtigste Versicherung, die Krankenversicherung, gibt es verschiedene Angebote mit unterschiedlichen Leistungen und Laufzeiten.

Wird der Lebensmittelpunkt dauerhaft in ein anderes Land verlegt, gelten unterschiedliche Reglungen. Bei Staaten, die kein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland haben, endet die Mitgliedschaft sowohl in der Pflege- als auch in der gesetzlichen Krankenversicherung. Anders verhält es sich bei solchen Ländern, die ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland geschlossen haben. Hierzu zählen Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Israel, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei und Tunesien. Wer 90% der zweiten Hälfte des Berufslebens Pflichtversichert war, kann die deutsche Krankenversicherung behalten. Freiwillig versicherte müssen sich in einigen Ländern allerdings neu vor Ort versichern.

Einfacher sind die Reglungen für EU-Staaten und die Schweiz. Hier kann die ursprüngliche Krankenversicherung als auch die Pflegeversicherung ohne Einschränkungen weiter geführt werden.

Krankenkasse und Rentenansprüche im Ausland – Einige Einschränkungen

Rentner im Ausland erhalten dort allerdings nur die Leistungen, die auch die Einheimischen mit einer lokalen Krankenkasse erhalten würden. Gerade bei Medikamenten, die regelmäßig eingenommen werden müssen lohnt es sich nachzuprüfen, ob diese auch im Auswanderungsland kostenfrei erhalten werden können. Wichtig ist außerdem, dass eine gesetzliche Krankenversicherung im Ausland nur aufrecht erhalten werden kann, wenn die Rentenansprüche ausschließlich aus Deutschland stammen, nicht aber aus dem Zielland. Wer dort also schon einmal gearbeitet und so Rentenansprüche gesammelt hat, kann nicht weiter in der deutschen gesetzlichen Krankenkasse bleiben.

Daneben gibt es noch eine große Anzahl an privaten Krankenversicherungen für das Leben im Ausland. Basistarife beginnen ab 90 Euro im Monat, beinhalten aber nicht alle medizinischen Leistungen. Hier sollte die jeweilige Police genau studiert werden, damit man nicht am Ende auf den Kosten sitzen bleibt.

Die Haftpflichtversicherung für Rentner im Ausland

Wenn im Ausland Schaden entstehen, muss auch dort gehaftet werden. Die herkömmliche deutsche Haftpflichtversicherung haftet allerdings nur für kürzere Reisen, nicht aber für Schäden im Ausland, sollte der Versicherungsnehmer ausgewandert sein. Hier ist ein Blick in die Geschäftsbedingungen der jeweiligen Police notwendig. Eine Haftpflichtversicherung, die auch für Schäden im Auswanderungsland haftet kann aber bereits ab rund 30 Euro im Jahr abgeschlossen werden. Einige günstige Versicherung bieten zwar keine Haftpflicht für im Ausland lebende Personen an, ein Zweitwohnsitz in Deutschland kann dieses Problem aber umgehen.

Bei der Kfz -versicherung gilt: Wenn der Wohnsitz umgemeldet wird, muss in der Regel auch das Auto und die Versicherung umgemeldet werden. In den meisten Ländern gelten hierfür Fristen von ca. 6 Monaten. Länder, die attraktiv für Rentner sind haben aber meistens günstigere Versicherungskonditionen, sodass der Wechsel eher Chance als eine Bürde ist.

Welche Steuern und Abgaben müssen als Rentner im Ausland gezahlt werden?

Da ein Rentner im Ausland sowohl von Lohnsteuer, Sozialversicherung,  aber auch von der deutschen Konsumsteuer befreit ist, fallen nur die Steuern des jeweiligen Landes an. Für Ausländer kann so eine „Residenzsteuer“ anfallen. Dies ist eine Steuer für das Recht im jeweiligen Land zu wohnen. Für das EU-Ausland allerdings entfällt auf Grund der EU-Freizügigkeitsreglungen diese Abgabe. Anders verhält es sich bei der Kfz und der Mehrwertsteuer. Ist das Fahrzeug, das benutzt wird, noch in Deutschland gemeldet und trägt dementsprechend ein deutsches Kennzeichen, werden diese Abgaben auch in Deutschland entrichtet. Sobald ein fester Wohnsitz im Zielland der Auswanderung angemeldet ist, kann auch das Fahrzeug umgemeldet werden.

Als Rentner im Ausland leben -  Was mitgenommen werden sollte

Die Konsumsteuern wie die Mehrwertsteuer oder Spezialsteuern auf bestimmte Produkte  müssen selbstverständlich alle im Aufenthaltsland gezahlt werden. In den meisten Ländern, die als Rentner attraktiv sind, werden meistens Tabak und Alkohol weniger kosten. Elektronikartikel und Autos hingegen können teurer sein. Am günstigsten ist es, die benötigten elektronischen Geräte in Deutschland zu erwerben und mit in das jeweilige Auswanderungsland einzuführen. Auch Fahrzeuge sind kosten oft mehr, sodass es sich lohnt ein deutsches Auto mitzunehmen.

Steuererklärung und Versteuerung der Rente für Auswanderer

Das zuständige Finanzamt für Steuerangelegenheiten für im Ausland lebende Rentner ist das Finanzamt Neubrandenburg. Es informiert auch bei Nachfrage detailliert über Steuerfragen im Ausland. Rentner sind verpflichtet eine Steuerklärung abgeben, wenn ihre Einkünfte den jährlichen Grundfreibetrag von 9.000 Euro (2018) übersteigen. Damit sind Renten von mehr als 750 Euro im Monat betroffen.

Mit der Einführung der nachgelagerten Besteuerung 2005 fallen Steuern für sogenannte Vorsorgeaufwendungen während des aktiven Berufslebens weg. Allerdings werden sie ab dem Renteneintritt besteuert, hierzu gehören

Gesetzliche Rentenversicherung,

Berufsständische Versorgung,

Alterssicherung der Landwirte,

Rürup-Rente

Riester-Rente,

Betriebliche Altersvorsorge

Sowie Produkte, die der Altersvorsorge dienen können, aber steuerlich nicht gefördert werden (z.B. Lebensversicherung)

Die Steuern auf diese Anlagen muss nach wie vor gezahlt werden, gleich in welchem Land sich der aktuelle Wohnsitz des Rentners befindet.

Welche persönlichen Hindernisse gibt es beim Auswandern als Rentner?

Für das Leben als Rentner im Ausland sollte auf die Infrastruktur im Auswanderungsland geachtet werden. Wenn eine ältere Person gesundheitliche Probleme hat, die regelmäßiger Behandlung bedürfen, sollte diese Behandlung entweder im jeweiligen Land möglich oder der Weg nach Deutschland offen sein. Ziele in Ostasien wären vor diesem Hintergrund eher ungeeignet. Bei körperlicher Beeinträchtigung ist es wichtig, dass die Unterkunft sowie die wichtigsten Wege barrierefrei sind. In ländlichen Gegenden bieten sich hier Erdgeschosswohnungen an.

Das persönliche Umfeld beim Auswandern

Ein anderes persönliches Hindernis betrifft die persönlichen Kontakte und Familienbanden. Der Grund für viele Pensionierte in Deutschland nicht auszuwandern liegt darin, dass sie ihr persönliches Umfeld verlieren könnten. Das ist ein valider Grund, zwei Lösungen bieten sich jedoch hier an: Zum einen können mehrere Rentner sich zu einer Gruppe zusammenschließen und eine Gemeinschaft in dem jeweiligen Land aufbauen. Eine zweite Lösung besteht darin, nicht allzu weit weg von der alten Heimat hinzuziehen, sodass man selbst noch relativ schnell und günstig nach Deutschland kommt oder Verwandte und Freunde ebenfalls einen kurzen Weg haben. Insbesondere die Gefälle Lebenshaltungskosten innerhalb der EU in Richtung Osten können hierfür gut genutzt werden.

Die Sprachbarriere und der ausländische Wohnsitz im Alter

Viele Menschen fühlen sich unwohl, wenn sie ihren Lebensmittelpunkt in einem Land haben, dessen Sprache sie nicht sprechen. Je nach dem wo sich der neue Wohnsitz befindet kann hier eine ausgewachsene Sprachbarriere entstehen. Insbesondere in ländlichen Gegenden, die durch ihre niedrigen Lebenshaltungskosten besonders attraktiv sind, können Schwierigkeiten entstehen. Aber insbesondere im EU-Ausland sprechen mehr und mehr Menschen Englisch oder sogar Deutsch, sodass hier die Kommunikation einfacher wird. Ansonsten können auch auch bereits in Deutschland die Grundlagen für die fremde Sprache gelegt werden. Am einfachsten  und günstigsten ist es allerdings, vor Ort im Ausland einen Privatlehrer zu engagieren. Gerade ältere Menschen können so gezielt und an ihr Tempo angepasst die die wichtigsten Worte und Sätze lernen.

Welche rechtlichen Voraussetzungen müssen beim Auswandern im Alter erfüllt sein?

Grundsätzlich bekommt ein deutscher Staatsbürger, der lange genug gearbeitet hat, unabhängig vom gemeldeten Wohnsitz seine Rente auf das von im angegebene Konto gezahlt. Bei fremden Währungen im Ausland fällt allerdings eine Umtauschgebühr an. Die Überweisungskosten auf ein Konto im Ausland trägt dabei die Deutsche Rentenversicherung. Es lohnt sich in jedem ein Konto bei einer Bank im Auswanderungsland zu eröffnen, da so Überweisungsgebühren für laufende Kosten wie Miete, Nebenkosten oder Versicherungen entfallen, die bei einer deutschen Bank anfallen würden. Generell kann es bei Zahlungen der Rente ins Ausland zu Verzögerungen von 3 bis 20 Tagen handeln, je nach Region der Welt.

Die Grundsicherung entfällt für Rentner außerhalb Deutschlands

Im Gegensatz zur gesetzlichen Rente, die aus den Rentenpunkten errechnet wird, wird die Grundsicherung im Ausland allerdings nicht gezahlt. Das heißt der Anspruch darauf, bei einer Rente, die weniger als 773 Euro beträgt, auf weitere Stütze vom Staat zurückzugreifen, entfällt. Ob sich eine Auswanderung dennoch lohnt, muss im Einzelfall entschieden werden. In nicht wenigen Staaten  der Welt, beispielsweise in Teilen Osteuropas, reicht ein monatliches Einkommen von rund 600 Euro um komfortabel zu leben.

Kann man als Rentner im Ausland noch arbeiten?

Viele Rentner müssen auf Grund ihres geringen Einkommens zusätzlich Arbeiten, um die täglichen Lebenshaltungskosten zu stemmen. Oft übernehmen sie einfache Arbeiten in Form von 450 Euro Jobs um dieses Ziel zu erreichen.

Möchte ein Ruheständler mit Wohnsitz im Ausland eine Tätigkeit aufnehmen, gibt es verschiedene Hürden. Zunächst müssen die Visabestimmungen eingesehen werden, denn nicht überall dürfen Ausländer arbeiten. Im EU-Ausland allerdings darf ohne besondere Einschränkungen gearbeitet werden. Die zweite große Hürde betrifft den Versicherungsschutz: Damit beispielsweise eine deutsche Krankenversicherung aufrecht erhalten werden kann darf kein steuerpflichtiges Einkommen im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses oder aus einer Selbstständigkeit erzielt werden. In Deutschland selbst gilt ein Steuerfreibetrag von 9.000 Euro, dieser fällt jedoch weg, wenn kein Wohnsitz in Deutschland gemeldet ist.